Sonntag, 27. Mai 2007

Glücksmomente

Mich „in die Natur zu setzen“ ist in der letzten Zeit sehr schwierig. Das Wetter wäre zwar optimal, aber es mangelt an der verfügbaren Zeit. Denn ich habe immer das Gefühl, dass ich es mir im Moment nicht leisten kann, einfach nichts zu tun. Es ist mir klar, dass es manchmal sehr gut tut, einfach abzuschalten, aber ich kann es oft nicht geniessen. Am besten ist es dann oft, wenn ich etwas weiter weggehe und somit den nötigen Abstand erhalte.
Ein gutes Beispiel dafür, ist mein gestriger Ausflug ins Tessin. Dies ist für mich sowieso ein sehr wichtiger Ort. Früher gingen wir immer im Frühling und Herbst dort in die Ferien. Dies habe ich in guter Erinnerung und verbinde damit positive Emotionen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich dort ein ganz anderer Mensch bin. Auf jeden Fall war ich gestern dort und in Lavertezzo (Verzascatal) konnte ich die Natur bewusst geniessen und für eine Weile abschalten. Es waren zwar sehr viele Leute dort, aber dies ignorierte ich gekonnt.
Was habe ich in diesem Moment wahrgenommen? Ich habe in erster Linie auf das Rauschen des Wassers gelauscht, die frische Luft bewusst eingeatmet, die Kraft der Sonne auf der Haut gespürt. Dies war für mich ein Moment des Glücks und Zufriedenheit und ich wäre am liebsten nicht mehr aus diesem Moment „erwacht.“ Ich fühlte mich mit der Natur verbunden und konnte dies in vollen Zügen geniessen. Ich war ein Teil dieser grossen Natur, zu der wir Sorge tragen müssen. Denn wenn die Natur zerstört wird, kann man nicht mehr solche Momente erleben. Und das wäre wirklich eine Schande!

In Bezug auf unser Blogthema kommt mir nur in den Sinn, dass nicht alle Menschen das Glück haben die Natur unbeschwert geniessen zu können. Für viele Menschen ist es auch nicht möglich, einen Ausflug zu machen und in den Genuss eines Ausfluges oder Ferien zu kommen. Diese Leute haben es nicht leicht und können auch nicht wirklich Abstand erhalten. Sie können „nur“ in der näheren Umgebung die Natur geniessen.
Es gibt aber Organisationen, die Kindern, die in schwierigen Situationen aufwachsen, Ferien ermöglichen. Diese Kinder gehen für einige Wochen in eine Pflegefamilie und erhalten die Möglichkeit etwas Neues kennen zu lernen. Dies finde ich eine sehr spannende Idee und sollte man unbedingt unterstützen.

2 Kommentare:

bluna hat gesagt…

Schön, wie du die Natur in den letzten Tagen geniessen konntest. Ich finde es total genial, dass du dir die Zeit genommen hast, um die Natur wahrzunehmen. Schade, dass du durch den Stress manchmal nicht die Zeit dafür findest. Aber nimm dir doch einfach diese Zeit. Meistens bringt es dir mehr, eine halbe Stunde rauszugehen und dort Kraft zu tanken als sinnlos zu Hause rumzuhängen. Baue dir eine halbe Stunde im Tagesablauf ein, wo du dir bewusst für dich Zeit nimmst. Allenfals findest du dann vermehrt solche Glücksmomente in der Natur.
P.Ackermann, LGC

baumnuss hat gesagt…

Ich habe mit Spannung deinen Eintrag gelesen. Einerseits finde ich deinen Ausflug ins Tessin eine gute Idee, die Natur zu erforschen, jedoch denke ich, dass es auch bei uns viele schöne Dinge gibt, die man entdecken kann. Sicherlich ist es teilweise schwierig, sich die Zeit zu nehmen die Natur bewusst zu geniessen, aber warum versuchst du die Natur nicht bei alltägli-chen Tätigkeiten oder Handlungen wahrzunehmen? Sei es, wenn du am Morgen mit dem Velo zum Bahnhof fährst oder wenn du einen Abendspaziergang machst….Du wirst staunen, was man in unserer Natur entdecken kann, wenn man die Augen öffnet und nur bewusst hinhört/ hinschaut…
Sabrina Gort LGC 04