Dienstag, 8. Mai 2007

Abhängigkeit bestimmt das Leben

Ein junger Morgen. Ich sitze im Zug um mein alltägliches Reiseziel zu erreichen, Rorschach. Was habe ich bis jetzt gemacht und von welchen Dienstleistungen und Produkten habe ich bis jetzt profitiert? Es ist schon eine Stunde nach dem Aufstehen wahnsinnig viel. Ich habe bereits soviel profitiert, dass alles aufzuzählen schon jetzt zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Deshalb beschränke ich mich.

Durch das Schrillen des Weckers wurde ich aus meinen Träumen gerissen. Schlaftrunken taumelte ich zum Waschbecken um mir mein Gesicht zu waschen, mit einer Reinigungsmilch und einer Watterondelle reinigte ich es. Wer hat zu der Produktion dieser beigetragen? Ich lese die Aufschrift der Bodylotion, made in switzerland. Da kann ich ja beruhigt sein! Die Inhaltsstoffe sind sicherlich nicht aus der Schweiz. Alkohol und Parfum sind die einzigen Inhaltsstoffe die ich zuvor schon einmal gehört habe. Diese werden wohl synthetisch in irgendeinem Chemielabor hergestellt. Woher stammen die Rohstoffe? Wer liefert diese? Wurden Tierversuche mit meiner Reinigungslotion durchgeführt? Es steht nichts darauf, mein Gewissen beruhigt sich, aber Unwissen schützt nicht. Dann die Watterondelle, Baumwolle. Baumwolle pfanlzt man nicht in der Schweiz an. Aber das Prdukt scheint gut zu sein, ein Biolabel garantiert Fairtrade. Aber wo wurden sie hergestellt? Ist ein/e Amerikaner/in mitverantwortlich für mein sauberes Gesicht?

Ich gehe in die Küche und mache mir Frühstück. Ich nehme eine Tasse, giesse Anschüttpulver für einen Kaffee hinein und einen Würfel Zucker. Das Wasser mache ich in einem Wasserkocher heiss, welcher ans Stromnetz angeschlossen ist. Mit einem Kaffeelöffel rühre ich das wohlriechende Getränk um. Ich esse ein Joghurt mit Biomüsliflocken. Ich höre Musik von DRS3. Mein Lieblingssänger aus Australien gibt gerade einen tollen Song zum besten. Und schon so schnell, war ich mit der halben Welt verbunden.

Armut in der Schweiz wird seine Wurzeln darin haben, dass gewisse Arbeiten einfach nicht mehr geschätzt werden und somit zu schlecht bezahlt werden. Wie genau diese entsteht weiss ich nicht. Ich möchte deshalb nicht näher darauf eingehen.

2 Kommentare:

Andrea hat gesagt…

Ein Leben ohne Strom?!
Es ist erstaunlich, wie sehr unser alltägliches Leben auf Arbeiten von anderen und das Funktionieren von Systemen aufbauen. Ich kann mir ein Leben ohne Strom nicht vorstellen. Es sind so viele Dinge, (sozusagen fast alles), die von der Elektrizität abhängig sind. Zum Beispiel kein Licht, kein heisses Wasser, kein Kühlschrank, kein Radio, kein Laptop, kein Fernsehen… Naja, wie schon gesagt, ein Leben ohne Strom ist für mich unvorstellbar. Auf der anderen Seite ist aber auch zu beachten, dass uns diese Systeme auch extrem abhängig machen…
Andrea Bernet, LGB

nadine hat gesagt…

also für mich ist besonders die erfindung des weckers ein heftiger faustschlag ins gesicht. ich denke, dass genau diese weckerfindung dazu führte, dass sich die arbeitszeit um mindestens vier stunden verlängerte und mindestens 5 stunden früher beginnt! eine schreckliche erfindung, würde ich mich doch in ausgeschlafenem zustand viel besser entfalten.
aber das thema strom zeigt schon, wie abhänging wir doch eigentlich sind. ein paar stunden stromausfall und das leben vieler menschen wird auf den kopf gestellt...