Montag, 7. Mai 2007
Vernetzungen in meinem Leben
Das Blogg- Thema dieser Woche finde ich absolut spannend. Wer arbeitet für mich indirekt oder direkt? Eigentlich mache ich mir darüber gar nie Gedanken. Doch denke ich nur einmal an mein Frühstück, genauer gesagt an ein knuspriges Vollkornbrötchen. Wer trägt alles zum Gelingen dieses kostbaren Brötchens bei? Unglaublich viele Menschen und auch Tiere. Ein langer Entstehungsprozess findet statt, der uns beim Genuss eines Nahrungsmittels manchmal gar nicht mehr bewusst ist. Angefangen bei der Kuh, die uns die Milch gibt. Der Bauer bewirtschaftet die Felder und erntet das Getreide. Zudem melkt er die Kühe. Hefe wird von den Menschen in Fabriken chemisch oder pflanzlich hergestellt. Nur durch die Vielzahl dieser Arbeiter erhalten wir die kostbare Hefe. Das Salz muss in verschiedensten Betrieben aufbereitet werden. Der Bäcker mischt alle Zutaten, formt den Teig und bäckt das kostbare Brot. Dieses wird dann an die Fillialen von Transportunternehmen gebracht, wo dann die Verkäuferin das Produkt an die Frau/ an den Mann bringt. Unglaublich, wie viele Menschen für mich als Konsumentin arbeiten. Dies war nur ein Beispiel aus meinem Alltag, doch gäbe es noch tausend andere, wo ich von meinen Mitmenschen profitiere. Die Vernetzungen führen an die vielfälltigsten Orte und meist vergesse ich das. Ich finde es toll, dass der Standard der Vernetzungen in der Schweiz sehr hoch ist. Im Gegensatz zu anderen Ländern klappt bei uns beinahe alles, von den Busverbindungen bis zum Einkaufen, das alltägliche Leben ist bei uns absolut organisiert und vernetzt. Die vielschichtigen Vernetzungen unserer Gesellschaft ermöglichen mir den Kontakt zu den verschiedensten Menschen. Viele Gesellschaftsschichten treffen aufeinander, denn alle sind schlussendlich voneinander abhängig. Wenn der Bauer das Getreide nicht liefert, kann der grosse Geschäftsmann seine Brote nicht verkaufen und verdient somit kein Geld. Diesen Kreislauf finde ich sehr interessant. Unser Blogg- Thema ist die Armut bei uns. Unsere Gesellschaft ist absolut abhängig von einfachen Arbeiterinnen und Arbeitern. Ich finde, dass wir darum auch darauf achten sollten, dass diese einen gerechteren Lohn erhalten und gut leben können. Die ungleiche Verteilung der Löhne ist für mich nicht gerechtfertigt. Natürlich tragen Arbeiterinnen und Arbeiter in tieferen Positionen vielleicht weniger Verantwortung, doch eine Leistung (meist physisch und psychisch) müssen sie trotzdem erbringen und sollten dafür auch fair entlöhnt werden.
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2 Kommentare:
Ich finde deine Auseinandersetzung mit dem Thema sehr spannend und gut beschrieben. In deinem Text kommt sehr gut die Vernetzung von den verschiedenen, für uns lebenswichtigen, Faktoren zur Geltung. Wie bereits erwähnt, kann unsere Welt nur durch die Zusammenarbeit florieren und gedeihen. Nur so kann die Wirtschaft vorangehen- Indem jemand etwas besitzt (Produkt oder eine Dienstleistung), welcher jemand anders gerne erwerben möchte.
Deinen Bezug zu unserem Thema „Armut in der Schweiz“ finde ich interessant. Sicherlich ist die schlechte Besoldung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein wichtiger Aspekt bei den „working poors“, jedoch denke ich, dass das Hauptproblem nicht nur bei den schlechten Löhnen liegt, sondern überhaupt bei der Möglichkeit ARBEITEN zu gehen. Dabei spreche ich vor allem allein erziehende Mütter etc. an. Diese Menschen sind angewiesen auf uns! Leider wird zu oft vor dieser Problematik die Augen verschlossen.
Sabrina Gort LGC 04
Du sprichst in deinem Beitrag einen sehr interessanten Aspekt an, nämlich den, dass alle Menschen – ob arm oder reich – voneinander abhängig sind. Was will schon ein Millionär ohne Putzfrau, ein Arzt ohne Patientin, eine Schreinerin ohne Kunde, ganz salopp ausgedrückt? Vernetzungen gibt es, wo man gerade hinschaut, wie du das auch beschrieben hast. In Anbetracht all dieser Vernetzungen frage ich mich auch, warum wir Kriege führen. Warum bekämpfen Menschen ihre Mitmenschen, wenn sie doch in irgendeiner Weise auch von diesen abhängig sind? Es würde doch so viel Potential in dieser Menschenmenge stecken, würde man es nur intelligent einsetzen!
Pascale Jürgens, LGC 04
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