Freitag, 18. Mai 2007

DIE Agenda

Die Agenda 21 wurde 1992 in Rio de Janeiro von 179 Staaten als Leitidee für die nachhaltige Entwicklung beschlossen. Während dieser Zeit besuchte ich die Volksschule. Mit dem Thema nachhaltige Entwicklung kam ich bis zum jetztigen Zeitpunkt kaum in Kontakt auf schulischem Weg. Das ist sehr schade, denn wie im Text von Otto Herz steht, sind die Jugendlichen die Protagonisten des Wandels.

Der Text hat mir sehr eindrücklich gezeigt, dass die Volksschule und somit die Lehrkräfte ein zentrales Element sind, damit die Agenda 21 überhaupt umgesetzt werden kann. Es ist eine grosse Verantwortung, welche die Schulen diesbezüglich wahrnehmen sollten. Dies bedeutet für mich folgendes:

  1. Ich möchte als Lehrperson im Fachunterricht immer den Bezug zur Agenda 21 herstellen. Dies ist in einem mehrperspektivischen, fächerübergreifenden Unterricht gut zu realisieren. Je nach Alter der Kinder können unteschiedliche Probleme thematisiert werden.
  2. Im zukünftigen Schulteam möchte ich auch ein Assembly vorschlagen. Natürlich sind solche Schulhausprojekte nur realisierbar, wenn diese die Ziele des ganzen Teams sind. Die Idee des Assembly finde ich toll und werde diese nicht vergessen. Falls dies mit der gesammten Schule nicht möglich ist, gäbe es immer noch die Möglichkeit, dies mit meiner Klasse oder einer zusätzlichen Klasse durchzuführen.
  3. Auch die Öffentlichkeitsarbeit finde ich sehr wichtig. Wenn ich beispielsweise mit den Kindern das Projekt Recycling durchführen würde, würde ich darauf achten auch immer möglichst oft die Eltern einzuladen, die Endprodukte oder die dahinter stehenden Ideen der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  4. Zentral erachte ich auch, dass die Schule und somit die Lehrpersonen ein Vorbild für nachhaltige Entwicklung leben. Das ist wie in den Religionen. Wasser predigen und Wein trinken geht nicht. Am besten kann man eine Botschaft übermitteln in dem man sie lebt. Mir als Lehrperson wird es deshalb wichtig sein, mit den Ressourcen sparsam umzugehen, im Schulzimmer zu recyceln, Gerechtigkeit zu leben und zu propagieren etc..
  5. Wie wir im Modul P08 lernen, ist es wichtig, die Schule als Teil der Gesellschaft zu sehen. Die Schule ist in ihr eingebettet. Ausserschulische Parnter zu haben scheint mir wichtig. So werde ich versuchen ein Netzwerk aufzubauen, das über dass Klassenzimmer hinausgeht.

Ich möchte die Agenda 21, die es ja auch für Kinder gibt, im Schulzimmer aufhängen, damit die Schüler diese auch kennen und gemäss diesen Zielen handeln lernen.

Ich habe nachhaltige Entwicklung unter einem neuen Aspekt kennen gelernt. Der St. Galler Lehrplan gibt vor, was ich mit den Kinder behandeln muss. Die Agenda 21 ist der Lehrplan der für alle Schulen der Welt gelten sollte und ich werde versuchen diese Ziele auch so ernst zu nehmen wie den Lehrplan. Die Umsetzung der Agenda 21 könnte man vielleicht sogar gleich setzen mit dem Namen: Für eine bessere Welt. Sich für diese einzusetzen erachte ich als grundlegend.

4 Kommentare:

Aerdna hat gesagt…

Die Kinderausgabe der Agenda 21 besorge ich mir wahrscheinlich auch. Ich fände es auch eine gute Idee ein solches Buch, natürlich in einem kleineren Umfang, mit einer Klasse oder einem Schulhaus selbst zu gestalten.
Auch während meiner Schulkarriere haben wir nachhaltige Entwicklung kaum gestreift, deshalb möchte ich das in meiner Klasse natürlich einmal anders machen. Wenn ich mir die Agenda 21 ansehe, ist mir das aber fast etwas zu viel. Ich denke, dass sich jede Lehrperson individuelle Schwerpunkte setzen muss, sonst verliert sich dieses zentrale Thema in der Beliebigkeit.
Dein abschliessender Gedanke zur Agenda 21 als "Lehrplan der Welt" gefällt mir sehr gut und ich hoffe, dass sich viele Lehrpersonen diesen auch zu Herzen nehmen.
Andrea Fahr, LG04B

Rebi B. hat gesagt…

Wie auch du beschreibst, war ich 1992 eine Zweitklässlerin – und auch ich, kam auf schulischem Weg kaum in Kontakt mit der nachhaltigen Entwicklung. Ich glaube aber, dass dies einen Zusammenhang hat, mit den stetig schlimmer werdenden Entwicklungen. Die Lage ist momentan so prekär wie noch nie. Gemäss meinen Erfahrungen als junge Lehrperson kann ich jetzt schon sagen, dass sich in dieser Hinsicht deutlich etwas geändert hat. Es gibt bereits Lehrmittel, welche die Ziele auf eine nachhaltige Zukunft setzen. Deine Auflistung, in Anlehnung an die Agenda 21, wie du dich als Lehrperson später einsetzen möchtest finde ich super. Du hast auch aus meiner Sicht die wichtigsten Anliegen aus der Agenda 21 erfasst. Deine Idee, diese für die Kinder ersichtlich aufzuhängen, finde ich eine gute Idee! Wichtig ist aber, dass du dir bei der Umsetzung nicht zu hohe Ziele vornimmst. Ich glaube nämlich, dass die Umsetzung all dieser „Ideen“ ein langer, steiniger Weg ist und der im Moment auf Verdutzung stossen könnte.

bluna hat gesagt…

Dein Post hat mich sehr angesprochen. Eindrücklich und übersichtlich hast du deine Ziele, dein Vorhaben geschildert. Ich finde deine guten Ideen toll. Auch ich habe übrigens erst während dem Studium von derAgenda21 gehört. Während meiner Schulzeit habe ich gar nichts dazu erfahren. Das finde ich eine Schande. Wenn es schon eine solch phänomenale und ausgetüfftelte Anlage gibt, sollten sie die Lehrpersonen auch nutzen. Ich persönlich habe mir auch ganz klar vorgenommen, einige Ideen und Anregungen mit der Klasse umzusetzen. Insbesonders würde ich gerne Projekte verwirklichen. Ein Kontaktnetz zu einer Schule auf einem anderen Kontinent fände ich toll! Du hast wunderbar geschildert, dass die Schule ein Teil der Gesellschaft ist. Die Verantwortung für die Ökologie sollte von der Schule als Teil, aber auch von der gesamten Gesellschaft wahrgenommen werden.
Übrigens habe ich gar nicht gewusst, dass es eine Agenda21 in Kinderausgabe gibt, die man im Schulzimmer aufhängen kann. Habe ich da was verpasst :)? Naja, die werde ich mir sicher auch besorgen.

P. Ackermann, LG C

ChoL hat gesagt…

Ich habe deinen Post auch mit Interesse gelesen und finde deine Ideen gut. Was mir allerdingsaufgefallen ist, seit der Zeit, in der die Agenda 21 verfasst wurde und heute ist schon einiges passiert. Eine neue Idee, die erwähnt wird ist der übergreifend-integrative Unterricht. Diese Art von Unterricht finde ich sehr interessant und ebenfalls in Betracht zu ziehen. Viele Andere Ideen sind schon vorhanden, haben aber manchmal, wie gehört, den Charakter "Hauptsache Realbegegnung" was ich mir bis jetzt eher nicht überlegt habe. Also, es gibt viel zu tun!