Mittwoch, 18. April 2007

Naturschutz in der Schweiz

Als ich den Begriff nachhaltige Entwicklung zum ersten Mal gehört habe, ist mir sofort unser ALGE-Projekt in den Sinn gekommen. In der Sarganser Rheinau gibt es Giessen. Giessen sind kleine Flüsschen, die spezifische Eigenschaften aufweisen. Beispielsweise ist die Wassertemperatur das ganz Jahr über konstant und die Fliessgeschwindigkeit ist sehr langsam. Der Giessen ist somit ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Als in den 60iger Jahren die Rheinsohle gesenkt wurde, ist der Grundwasserspiegel in der ganzen Rheinau gesunken. Giessen werden vom Grundwasser gespiesen. Dadurch dass der Grundwasserspiegel sank, sind die Giessen ausgetrocknet. Das wäre das Ende eines wertvollen Lebensraumes gewesen, hätte sich nicht Jahre später der Verein pro Rheinaugiessen formiert, welcher es sich zum Ziel macht die Giessen zu renaturieren. Mit grossem Engagement und freiwilliger Arbeit ist es ihnen bis zum heutigen Tag gelungen mehrere km Giessen wieder zum fliessen zu bringen. Das Ziel unserer ALGE-Arbeit war es, den Bekannheitsgrad der Giessen in der Region zu erhöhen und an einem Naturschutzprojekt selbst mitzuarbeiten. Es war eine tolle Erfahrung Natruschutz auch im eigenen Dorf betreiben zu können. Wir ernteten für unsere Arbeit und Einsatz von der Dorfgemeinschaft viel Lob.
Leider mussten wir schon kurze Zeit später negative Erfahrungen machen. Vadalenakte im Giessen hatten den Lehrpfad stark beschädigt. Zudem erlebten wir am Frontag auch so einige Überraschungen. Hundehalter hatten die Säcklein mit dem Hundekot einfach in den Giessen geworfen. Bauern hatte ihre Komposthaufen einfach neben dem Giessen errichtet und Leute, die im Pfadihäuschen Fester gefeiert hatten, haben ihren Abfall und leeren Flaschen einfach dort liegen gelassen. Diese Rücksichts- und Respektlosigkeit hat mich sehr wütend gemacht.

Ich denke, das ist das Problem bei der nachhaltigen Entwicklung. Es wird immer viele Menschen geben, die sich um eine bessere Zukunft bemühen. Aber es wird auch immer Leute geben, die diese Ideale bremsen werden.

Die Ungerechte Verteilung der Güter ist nicht nur in der Dritten Welt eine Tatsache. Immer mehr Menschen in der Schweiz leben unter dem Existenzminimum. Eine Entwicklung die ich mit grosser Besorgnis betrachte und sich mit meinen persönlichen Vorstellungen überhaupt nicht deckt. Ich denke, es ist wirklich an der Zeit diese Probleme ernst zu nehmen. Solche ungerechten Verteilungen sind Nährboden für politische Instabilität und extremen politischen Lagern.

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